2026 Saisonstart in Anneau du Rhin auf 2,9km

Saisonauftakt in Anneau du Rhin – Neue Technik, neue Gewohnheiten, neuer Rhythmus

Der Saisonstart in Anneau du Rhin hatte dieses Jahr einen besonderen Reiz.
Nicht wegen neuer Bestzeiten oder großer Umbauten am Fahrerlager-Setup – sondern weil ich das erste Mal mit der Suzuki GSXR 1000 K7 unterwegs war. Auf der Strecke wo alles begann.

Zum ersten Mal ging es mit Umkehrschaltung, Schaltautomat und Kurzhub-Gasgriff auf die Strecke. Jede dieser Änderungen funktioniert für sich logisch und sinnvoll. In Kombination fordert das am Anfang aber deutlich mehr Konzentration als gedacht.

Bereits bei der Anreise am Abend vorher kam aber genau das Gefühl auf, weshalb solche Wochenenden einfach etwas Besonderes sind. Wenig Verkehr im Fahrerlager, entspannte Stimmung, Sonne tief am Horizont und genug Platz zum Aufbauen. Mit dem Crafter, Anhänger und den Pavillons war schnell alles vorbereitet. Gerade Anneau du Rhin ist dafür einfach ideal. Kein Stress morgens um fünf, kein hektisches Abladen im Dunkeln. Ankommen, aufbauen, kurz zusammensitzen und langsam in den Rennstreckenmodus wechseln.

Die schwarze K7 stand fertig vorbereitet unter dem Pavillon – Reifenwärmer drauf, Werkzeug sortiert, letzter kurzer Technikcheck. Genau diese ruhigen Momente am Vorabend gehören fast genauso zum Rennstreckentraining wie das Fahren selbst.

Besonders auffällig war direkt: Der Kurzhub-Gasgriff macht die K7 deutlich aggressiver und direkter. Gleichzeitig sorgt die Umkehrschaltung erstmal regelmäßig für kurze Denkpausen im Kopf, besonders in den Anbremsphasen. Nach vielen Jahren Standardschaltung muss das Muskelgedächtnis erstmal umlernen.

Nach der Fahrerbesprechung ging es pünktlich los.


Schon in den ersten Turns wurde klar, dass vor allem der Schaltautomat Eingewöhnung braucht. Das System reagiert extrem sensibel. Teilweise reicht schon minimaler Druck am Schalthebel damit die Elektronik greift, aber der Schaltvorgang nicht beendet wird und es teilweise in den Kurven einem wilden Ritt ähnelt. Gerade in Schräglage oder beim Umsetzen musste ich mich erstmal daran gewöhnen, deutlich sauberer und bewusster zu schalten.

Trotzdem war von Anfang an klar: Das funktioniert. Und vor allem macht es Spaß…

Mit jedem weiteren Stint wurde alles flüssiger. Die Bewegungen wurden automatischer, die Schaltvorgänge sauberer und die Kombination aus Schaltautomat und Umkehrschaltung begann Spaß zu machen. Genau dieser Moment ist es, warum man solche Umbauten sinnvoll erscheinen. Erst fühlt sich alles fremd an – und irgendwann merkt man plötzlich, dass das Motorrad anfängt „mit einem zu arbeiten“.

Auch das Fahrwerk der K7 hat an diesem Wochenende einen richtig starken Eindruck hinterlassen. Stabil beim Anbremsen, ruhig am Kurvenausgang und insgesamt deutlich mehr Vertrauen auf der Front. Gerade gegen Ende des Tages konnte ich immer später bremsen und früher ans Gas gehen, ohne dass das Motorrad nervös wurde.

Zudem sind die BREMBO-Stopper ein Träumchen. sie beißen richtig zu bei minimalem Druck.

Positiv bleibt für mich auch weiterhin die Organisation von MotorSpeed.
aufegteilt in 4 Gruppen mit jeweils 20 Minuten Fahrzeit ohne klassische Mittagspause funktionieren für mich perfekt. Die Pausen zwischen den Turns reichen völlig aus, um kurz runterzukommen, etwas zu trinken oder kleine Dinge am Motorrad zu kontrollieren. Gleichzeitig verliert man aber nie den Rhythmus des Tages. Keine überlange Unterbrechung, kein komplettes Abschalten zwischendurch und vor allem kein typisches Mittagstief.

Am Ende des Tages lief die K7 dann genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der letzte Stint war mit Abstand der beste des Tages. Alles hat funktioniert. Keine Denksekunden mehr beim Schalten, deutlich mehr Vertrauen ins Motorrad. Der Saisonauftakt ist damit definitiv gelungen.