4. Tag: Blümchenpflücker Tour – Teil 2

Tja, was nun … Noch 150km zu fahren ohne Kupplung. Mal sehn … Möglichkeiten checken:

  1. Da stehen und heulen
  2. Chuck Norris rufen
  3. Die Gelben Engel herbeirufen (ADAC)
  4. Tourguide Franz um Hilfe bitten
  5. Versuchen weiter zu fahren

Da die Alternative 1, keine ist, Alternative 2 dran scheitert dass ich die Nummer nicht habe, entscheide ich mich für 4 und 5 und als Fallback die 3.

Franz ist leider nicht direkt zu erreichen, also weiterfahren, denn das MoHo Schönauer Hof liegt ja noch auf der Route, ist nur 50km entfernt und … Die haben seit 2015 einen Triumph Verleihservice im Haus. Hoffen wir das Beste. 👍

Weiterfahren … da gehts schon los … kann die Maschiene nicht Starten, warum? Funktioniert bei Triumph nur mit GEZOGENER KUPPLUNG 😂 also Leerlauf rein, berabrollen, 2. Gang reinhauen, und … Läuuuft.

Stelle fest, hoch und runterschalten funktioniert sehr gut ohne Kupplung, wenn man weiß wann der geeignete Zeitpunkt ist. 

Ich schaffe es tatsächlich mühelos die 50km über das kurvenreiche Namlos- und Lechtal bis zum Schönauer Hof ohne anzuhalten. Vor Ort lasse ich durch die Bremse den Motor absterben. 1. Hürde genommen.

Leider können mir die Kollegen nicht wirklich weiterhelfen. Keine Ersatzteile, alle Kontakte ausgenutzt, Samstag mittag 15:30 haben die Händler alle schon geschlossen inkl. den lokal Ansässigen. Zum Glück erreichen sie allerdings Tourguide Franz der sich kurz danach auf Ersatzteilbeschaffung spezialisiert.

Wie ich ja berichtet habe gibt es in Ischgl den High-Bike Test Center und dieser hat bis 19 Uhr geöffnet (bis alle Test-Bikes wieder da sind) und auch Ersatzteile. Kommt hier wohl öfter vor …

Aber wie jetzt nach Galtür zurück kommen?  Mit nem Hänger? Ein Hozelbesucher vom Schönauer Hof bietet mir sogar an mich zu fahren, bis er hört wo ich hin muss. Nichts für ungut, war echt sehr nett von ihm. 

Als alle Stammtisch-Weisheiten ausgetauscht sind und mit Kabelbindern versucht wurde ein Kupplungshebel-zug-dingsbums zu basteln, sind sich alle einig … „weiterfahren kannste so net“

Die einzigen die, wie ich, dran glauben sind Tourguide Franz, der mir am Telefon schon Schalttips gegeben hatte und Tourguide Kai vom Schönauer Hof. Beide bei der Diskussion allerdings nicht mit von der Partie.

So, nun denn… Nach 2 Fehlversuchen die Speedy alleine anzuschieben, setze ich nun doch auf Hilfe. Zu dritt schieben sie mich an, passt … Allerdings starte ich direkt in eine Schotterbaustelle aus der Hofausfahrt mit leichtem Verkehr. Staubig und bedankend winkend mache ich mich vom Acker.

So, wenn alles passt und ich nicht anhalten muss … aber halt da war noch was … tanken 😳 kurz im Kopf durchkalkuliert könnte ich es theoretisch schaffen auf allerletzter Rille ohne Tankstopp anzukommen.

Was ich nicht für möglich hielt, ohne Kupplung schalten, spart Sprit. Die Reserve leuchtet 30 km später auf als sonst 👍 Also das Dahinrollen spart echt Sprit, ist aber auch Spaßbefreit. Spaß beiseite, das dahinrollen hat die Reichweite echt stark erhöht, sodass ich es ohne Tankstopp schaffe.

Über den Arlbergpass mit zwei, drei Zitterpartien lande ich im Paznauntal mit 30km Reststrecke. Eine Baustellenampel meint es gut mit mir und schaltet in dem Moment auf grün als ich mich im Schritttempo mit stotterndem Motor, den ich mit der Bremse noch leicht runterregele, komplett an allen Wartenden vorbeigeschoben habe… strike

Die Baustellenampel in Ischgl ignoriere ich komplett und schieße durch die einseitige Verkehrsführung bis ich wieder einen Seitenstreifen habe um dem Gegenverkehr platz machen zu können. Kalkulation un ein bisschen Glück im Unglück… Der wartende Wohnmobilfahrer an der roten Ampel denkt wahrscheinlich immer noch: „Wasn das fürn Bekloppter…“

Bis in die Garage ohne anzuhalten … Tja, das Hummelprinzip oder wie es so schön heißt: Alles sagten: das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht. 😉

Das Ersatzteil kam auch umgehend als ich ankam. Hat zwar leider nicht gepasst, konnte ich allerdings kurzerhand gegen das korrekte Teil am High-Bike Test Center und mit nochmaliger Unterstützung von Franz (konnte den Hoteleigenen VW Multivan nutzen) umtauschen. Ummontiert … Fertig für die Heimreise morgen.

PS: Warum es von diesem Teil der Tour keine Bilder gibt…? Ich konnte nicht anhalten um welche zu machen😉

Special: Tourguide Franz

Unser Tourguide Franz hat sich mit seinem MoHo „die Post“ auf eine andere Zielgruppe spezialisiert als beispielsweise der „Schönauer Hof„, wo wir auch schon mal Station gemacht haben.
Er bietet Fahrsicherheitstrainings, Ladies Safety Trainings, E-Trial, etc. an. Im Hotel kann man sich auch die etwas anderen E-Bikes mieten … ohne Pedale und ohne Sound.
Er hat zudem Kooperationen mit der Zeitschrift MO und auch mal die Kollegen von 1000ps im Hotel. So wie aktuell der Fall. 

Leider wollte der Kollege mit dem geliehenen 3-Zimmer-Küche-Bad Monster (BMW K1600) und Sozia bei der geführten Tour nicht mitfahren. Naja, wäre echt eng geworden bei der Strecke.

4. Tag: Blümchenpflücker Tour – Teil 1

Route des 4. Tages: 376km

Galtür – Oetz – Kühtai – Zirl – Garmisch – Plansee – Berwang-/Namlostal – Schönauer Hof – Arlbergpass – Galtür

Heute lasse ich es mal etwas gemütlicher angehen. Länger schlafen, später Frühstücken und dann gehts auf die „Blümchenpflücker Tour“.

Wieder die gleiche Überbrückungsetappe aus dem Tal auf die A12 bis zum Ötztal. In Oetz geht es dann links weg auf den Kühtaisattel.

 

Diesen Teil der Strecke hatte ich wesentlich besser in Erinnerung. Landschaftlich zwar sehr schön, allerdings zum fahren eher Mittelmaß.

 

Kühtai… kommt wahrscheinlich von Kühe … Denn so viele Rindviehcher wie hier sich frei bewegen ist echt der Hammer. Zudem sch….. die Viehcher dementsprechend wo sie stehn und gehn, also auf der Straße. Außerdem scheinen das alles Kurvenscheißer zu sein … Ah, wo sch…. ich denn heute mal hin, hm … mal in diese Kurve, da hab ich noch nie 😩

Die Viehcher haben es bei mir verschissen. 

Aktuell kann ich die Strecke nicht empfehlen. Denn entweder sind die Straßen verschissen, verdreckt, verbaustellt oder 50er Zone, also alles andere als gut zu fahren.

A propos verdreckt … das Weiße hier auf den Straßen ist kein Feenstaub (huch …, warum erscheint der Begriff als Wortvorschlag beim IPhone 😳) – sondern das ist vielmehr „pass-auf-sonst-liegst-du-auf-der-schnautze-Staub“. Wird in den Alpen in der Sommersaison auf den Pässen sehr großzügig verteilt.

Weiter zur Tour. An Zirl vorbei gehts auf eine Nebenstraße in Richtung Garmisch. Glücklicherweise habe ich mir die Tour vorher am PC erstellt und aufs Navi gezogen. Den Abschnitt hätte ich sonst nie gefunden, hat sich echt gelohnt. Landschaftlich ein echter Hingucker, kein Verkehr und super Straßen. Danach ein Teil der Deutschen Alpenstraße bevor es an den Plansee geht. Diesen Abschnitt kann ich guten Gewissens empfehlen. Bevor ich jedoch am Plansee ankomme läd ein kleines Restaurant an de Strecke zum verweilen ein, kurzum … Mittagspause.

 

 

 

 

Dann gehts weiter auf den Fernpass, der wie so oft sehr stark befahren ist. Nach ein paar Kilometern kann ich dann schon abbiegen ins Berwang-/Namlostal, was wie immer ein Genuss zu fahren ist.

Doch da passiert das Malheur 😳, zu viel „Blümchenpflücker und Bildersuch Modus“. Ich muss die Speedy auf Schotter kurz rechts ablegen. Sch…. Rechte Seite zerkratzt wo es nur geht 😩 

Das größere Problem ist … ich hab dabei links den Kupplungshebel abgebrochen 😳 wie geht das denn? Und vor allem so, dass nicht nur der Hebel weg ist, sondern ein Teil der Halterung.

 

Hab wohl zu viel trainiert in letzter Zeit 😎und beim umlegen wohl die Kupplung gezogen und zu spät losgelassen … Sachen gibt’s…